Raum-Biographie. 
Die Konstitution von Raum in photographischen Interviews.
 
Studentisches Wohnen ist von Gegensätzen geprägt: Schrumpfende Städte wie Leipzig werben für sich mit Stuckdecken, großzügigen Wohnraum und dem Werbeslogan „Schöner wohnen mit BAföG“. In Amsterdam dagegen werden serielle Kleinstwohnungen auf Containerbasis entwickelt, die auf wenigen qm modernen Wohnkomfort funktional umzusetzen versuchen.
In biographischen Umbruchsituationen des Studienbeginns oder -Abschlusses lassen sich räumliche Phänomene gut studieren. Das Promotionsprojekt „Raumbiographien“ analysiert die Konstitution privater (Wohn)Räume, die - als technische Artefakte - Verhaltensmöglichkeiten vorstrukturieren, aber auch selbst modifiziert werden können.
In diesem Spannungsfeld geht es konkret um die Details der Konstitution von privaten (Wohn)Räumen Studierender, um biographische Ressourcen, die in diesen Prozess eingebracht werden können und um deren Wechselwirkung mit dem Konstitutionsprozess selbst: Verweise auf die eigene Lebensgeschichte, die in den relationalen (An)ordnungen, insbesondere der sozialen Güter, wiederum eingelagert sind.
Das Thema „Raum“ fasziniert vor allem aufgrund seines interdisziplinären Charakters: Die Auseinandersetzungen mit raumtheoretischen Fragestellungen ist an philosophische, kunst- und kulturwissenschaftliche, physikalische, geographische und architektonische Diskurse gebunden und nicht nur „Spezialwissen“ einer Disziplin.
 
Durch die Einbeziehung der Biographie der Akteure wird die Analyse der räumlichen Konstitutionsprozesse wesentlich ergänzt.